Day 9#: Berlinale 2026: 99 Sekunden Zukunft und der Goldene Bär
99 Sekunden als kreative Verdichtung
Der 99 Film Award gilt als größter Kurzfilmwettbewerb der Welt. Das Konzept ist ebenso simpel wie anspruchsvoll: In nur 99 Stunden entsteht ein Film von exakt 99 Sekunden Länge. Geschnitten, gespielt und produziert unter einem festgelegten Motto.
Zwölf nominierte Beiträge widmeten sich in diesem Jahr dem Leitthema 2035 The Human Story und entwarfen Visionen einer nahen Zukunft. Rund 400 Gäste aus Kultur und Medien verfolgten die Preisverleihung, darunter Kiera Chaplin und Spencer Chaplin.
Die Idee zum Wettbewerb entstand vor fast 15 Jahren aus dem Wunsch, Filme vergleichbar zu machen. Gleiche Länge, gleiches Thema, maximale Konzentration auf die Idee.
Zwischen Dystopie und Kreativität
Insgesamt sichtete die Jury 75 Filme. Viele Beiträge zeichneten dystopische Szenarien, geprägt von künstlicher Intelligenz, digitalem Alltag und gesellschaftlicher Unsicherheit. Gleichzeitig gab es humorvolle Ansätze und kreative Experimente.
Bewertet wurden Idee, Kamera, Spiel und das Zusammenspiel aller Elemente. Der Hauptpreis ging an New Living, einen gesellschaftlich hochaktuellen Film, der mit emotionaler Tiefe und klarer Vision überzeugte. Die ausgezeichneten Filme sowie die Top 99 Beiträge sind online abrufbar.
Goldener Bär für Gelbe Briefe
Auch im internationalen Wettbewerb wurde entschieden. Die Jury unter Vorsitz von Wim Wenders vergab den Goldenen Bären an Gelbe Briefe von İlker Çatak.
Im Mittelpunkt steht ein Künstlerpaar aus Ankara, das nach einem Vorfall bei einer Theaterpremiere über Nacht Arbeit und Wohnung verliert. Gemeinsam mit ihrer 13-jährigen Tochter ziehen sie nach Istanbul zur Mutter von Aziz. Während Aziz an seinen Idealen festhält und sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser hält, sucht seine Partnerin nach finanzieller Unabhängigkeit. Die wachsenden Spannungen stellen Ehe und Zukunft der Familie auf die Probe.
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