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Day 10#: Berlinale 2026: Rückblick zwischen Politik und Kino

Die 76. Berlinale geht zu Ende und hinterlässt ein Festival voller Diskurse, Premieren und klarer politischer Statements. Zwischen Wettbewerb, Gala und Preisverleihung zeigte sich, wie eng Kino und gesellschaftliche Realität miteinander verwoben sind.
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Eine Jury im Zeichen gesellschaftlicher Fragen

22 Filme sichtete die internationale Jury unter Präsident Wim Wenders. Menschenrechte, Migration, Krieg, Klima und soziale Ungleichheit prägten den Wettbewerb. Wenders betonte, Filme veränderten nicht unmittelbar politische Entscheidungen, wohl aber die Vorstellung davon, wie Menschen leben wollen. Diese Kraft liege in der Verschiebung von Perspektiven und im Sichtbarmachen von Spannungen zwischen Individuum und Macht.

Auf dem roten Teppich wurde die Frage nach der Wirkmacht des Kinos intensiv diskutiert. Viele Stimmen hoben hervor, dass Filme Empathie schaffen und emotionale Zugänge eröffnen. Kunst sei nicht neutral, sondern immer auch politisch, allein durch die Geschichten, die sie erzählt, und die Perspektiven, die sie einnimmt.

Dialog statt Schweigen

Mehrfach wurde betont, dass Demokratie verteidigt werden müsse und zwar mit Worten, Austausch und Offenheit. Filme könnten Räume schaffen, in denen Dialog möglich werde, gerade dort, wo gesellschaftliche Fronten verhärtet sind. Kino durchbreche Filterblasen und ermögliche es, andere Lebensrealitäten nachzuempfinden. Diese emotionale Auseinandersetzung sei eine Form kultureller Softpower.

Auch die Festivalleitung unterstrich, dass man schwierigen Themen nicht ausweiche. Politische Filme seien Teil der Identität des Festivals. Zugleich wolle man daran erinnern, dass Kino mehr sei als eine Verlängerung der Nachrichtenagenda. Es gehe um künstlerische Handschriften, um Vielfalt und um Entdeckungen.

 

Ein politisches Signal bei der Preisvergabe

Der Goldene Bär ging an „Gelbe Briefe“, produziert von Arte. Der Film erzählt von einem Künstlerpaar aus Ankara, das nach einem Vorfall Arbeit und Wohnung verliert und mit seiner Tochter nach Istanbul zieht. Die wachsenden Spannungen innerhalb der Familie spiegeln gesellschaftliche Entwicklungen und totalitäre Tendenzen. Wim Wenders würdigte die klare politische Sprache des Films bei der Preisverleihung ausdrücklich.

Parallel stellte die Cinema for Peace Gala die Frage nach dem Überleben von Demokratie, Menschheit und Planet. Beim World Forum warnte Hillary Clinton vor Angriffen auf demokratische Strukturen und mahnte, dass Freiheit und soziale Gerechtigkeit verteidigt werden müssten.

Ein Festival als Resonanzraum

Die Berlinale bleibt ein Ort, an dem Kino, Politik und Publikum aufeinandertreffen. Sie schafft einen Raum für emotionale und intellektuelle Auseinandersetzung. Der Rückblick auf diese Ausgabe zeigt, wie stark das Bedürfnis nach Geschichten ist, die verbinden, hinterfragen und neue Perspektiven eröffnen.

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