Day #3: Berlinale 2026: Kino zwischen Frieden, Verlust und Neubeginn
Aserbaidschanische Filmtage im Kulturzentrum
Im Rahmen der 76. Berlinale fanden im Aserbaidschanischen Kulturzentrum die Aserbaidschanischen Filmtage statt. Gezeigt wurden mehrere Produktionen, begleitet von Round Tables zur filmischen Zusammenarbeit zwischen Aserbaidschan, Georgien und Israel.
Eröffnet wurde die Veranstaltung vom Leiter der Filmagentur der Republik Aserbaidschan. Auch die Volkskünstlerin Mehriban Zeki sowie die Produzentin Shafag Mehraliyeva richteten Worte an das Publikum. Im Mittelpunkt stand der Film „The Dance of Triumph“.
„The Dance of Triumph“: Eine Erinnerung an den Preis des Friedens
Der Film erzählt die Geschichte eines Kriegsveteranen, der im Krieg beide Beine verlor. Seine persönliche Geschichte steht stellvertretend für die Frage, welchen Preis Frieden kostet. Die Botschaft richtet sich nicht nur an Aserbaidschan, sondern an ein weltweites Publikum.
Die Reaktionen im Saal zeigten, wie universell das Thema verstanden wird. Einige Zuschauerinnen und Zuschauer reagierten sichtlich bewegt. Der Film macht deutlich, dass hinter politischen Erfolgen und historischen Wendepunkten immer individuelle Schicksale stehen.
Wettbewerbsfilme zwischen Verlust und Neuanfang
Auch im Wettbewerb der Berlinale 2026 werden starke persönliche Geschichten erzählt. Ein Film führt nach New York ins Jahr 1961. Jazzpianist Bill Evans steht mit seinem Trio auf der Bühne des Village Vanguard. Kurz nach den legendären Aufnahmen stirbt Bassist Scott LaFaro bei einem Unfall. Evans hört daraufhin erstmals seit seiner Kindheit auf zu spielen. Der Film zeigt sensibel, wie er mit Trauer und der Ungewissheit über seine musikalische Zukunft umgeht.
„Gelbe Briefe“ im Rennen um den Goldenen Bären
Mit „Gelbe Briefe“ ist zudem ein Drama im Wettbewerb zu sehen, das familiäre und gesellschaftliche Konflikte verbindet. Ein renommiertes Künstlerehepaar aus Ankara verliert nach einem Vorfall bei einer Theaterpremiere über Nacht Arbeit und Wohnung. Gemeinsam mit ihrer Tochter ziehen sie nach Istanbul. Während er an seinen Idealen festhält und sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser hält, sucht sie nach finanzieller Unabhängigkeit. Die wachsenden Spannungen stellen ihre Ehe und die Zukunft der Familie auf die Probe.
Auch dieser Festivaltag zeigt die Bandbreite der Berlinale. Zwischen politischer Mahnung, künstlerischer Selbstsuche und familiären Zerreißproben entsteht ein vielschichtiges Bild von Kino, das aktuelle gesellschaftliche Fragen aufgreift und emotional berührt.
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